Was ist Stressmedizin?
Gesundheitsprobleme, Störungen und Krankheiten, die durch Stress verursacht werden, benötigen eine spezielle diagnostische und therapeutische Herangehensweise. Die Stressmedizin ist ein Teilgebiet der Medizin, der sich mit der Diagnostik, Therapie und Vorbeugung von stressbedingten Erkrankungen beschäftigt. Der Therapieansatz ist ganzheitlich und interdisziplinär.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bezeichnet Stress sogar als die größte Gesundheitsbedrohung des 21. Jahrhunderts.
Ärzte und Psychologen werden immer häufiger mit Krankheiten und Störungen konfrontiert, die ihre eigentliche Ursache in langanhaltenden Stressoren haben. Deshalb gewinnt die Stressmedizin auch gesellschaftlich immer mehr an Bedeutung.
Jeder Mensch ist stressempfindlich und damit potentiell gefährdet, daher betrifft dieses Thema jede:n.
Stress kann exogenen oder endogenen Ursprungs sein. Physiologisch belastend sind sowohl Eustress ("positiver Stress"), als auch Disstress ("negativer Stress"). Beispiele für Stressoren sind:
Disstress:
_ Schwierige Arbeitsbedingungen
_ Arbeitslosigkeit
_ Tod einer nahestehenden Person
_ Streitigkeiten in der Familie
_ Scheidung
_ Schwere Krankheit
Eustress:
_ Hochzeit
_ Neuer Arbeitsantritt
_ Veränderungen in der Familie (Familienzuwachs, etc.)
Chronischer Stress macht krank!
Stress führt aus medizinischer Sicht zu einer körperlichen Reaktion, die den Organismus kurzfristig besonders leistungsfähig macht und ihm zunächst nicht schadet. Andauernder Stress ist belastend und leistungsmindernd. Die Auswirkungen auf Körper, Seele und Geist äußern sich vielfältig:
_ Ängste, Panikattacken
_ Beklemmung, gedrückte Stimmung
_ Bluthochdruck
_ Bruxismus (Zähneknirschen)
_ Burnout Syndrom
_ Chronische Kopf-, Nacken- und Rückenschmerzen
_ Chronische Muskelverspannungen
_ Depression
_ Erschöpfung, chronische Müdigkeit, Schlafstörungen
_ Immunschwäche und Infektanfälligkeit
_ Interessenverlust, Antriebslosigkeit
_ Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Kreativitätsverlust
_ Nervosität, Gereiztheit
_ Reizmagen, Reizblase, Reizdarm
_ Schuldgefühle
_ Schweissausbrüche, Herzjagen und Atemnot
_ Schwindel, Tinnitus
_ Sexuelle Funktionsstörungen
_ Unzufriedenheit